Chiemgau-Impakt: Ein neues Kohlenstoff-Impaktgestein

Aus der Zusammenarbeit des CIRT mit Dr. Tatyana Shumilova, Direktorin des Labors für Diamant-Mineralogie, Geologisches Institut, Komi-Wissenschaftszentrum der Russischen Akademie der Wissenschaften in Syktyvkar, ist eine erste Publikation mit einer Präsentation auf der 43. Lunar and Planetary Science Conference (LPSC), 19. – 23. März 2012, The Woodlands, Texas, USA

http://www.lpi.usra.edu/meetings/lpsc2012/programAbstracts/view/

entstanden:

Shumilova T. G.,  Isaenko S. I.,   Makeev B. A.,   Ernstson K.,   Neumair A.,  Rappenglück M. A.: Enigmatic Poorly Structured Carbon Substances from the Alpine Foreland, Southeast Germany:  Evidence of a Cosmic Relation [Abstract #1430]. 

In der Untersuchung geht es um ein bisher unbekanntes Impaktgestein mit einer Kohlenstoff-Hochdruck-/Hochtemperaturmodifikation, das zum ersten Mal im Kraterstreufeld des Chiemgau-Impaktes gefunden wurde.

Das Abstract kann heruntergeladen werden:

http://www.lpi.usra.edu/meetings/lpsc2012/pdf/1430.pdf

Zwei Beiträge zum Chiemgau-Impakt auf der Herbsttagung der AGU in San Francisco

Auf der renommierten Herbsttagung der American Geophysical Union (AGU) in San Francisco, 5. – 9. Dezember, haben Andreas Neumair und Kord Ernstson vom CIRT zwei Beiträge präsentiert. Die Text-Zusammenfassungen können hier angeklickt werden:

Ernstson, K. & Neumair, A. (2011), Geoelectric Complex Resistivity Measurements of Soil Liquefaction Features in Quaternary Sediments of the Alpine Foreland, Germany, Abstract NS23A-1555 presented at 2011 Fall Meeting, AGU, San Francisco, Calif., 5-9 Dec.

Das Poster kann hier angeklickt werden:  Poster Ernstson & Neumair

Neumair, A. & Ernstson, K. (2011), Geomagnetic and morphological signature of small crateriform structures in the Alpine Foreland, Southeast Germany, Abstract GP11A-1023 presented at 2011 Fall Meeting, AGU, San Francisco, Calif., 5-9 Dec.

Das Poster kann hier angeklickt werden: Poster Neumair & Ernstson

Ein neuer Artikel zum Chiemgau-Impakt

Zum Druck angenommen und publiziert  http://www.springerlink.com/content/1166143hjp83647w/) wurde der Artikel

The sinkhole enigma in the alpine foreland, Southeast Germany: Evidence of impact-induced rock liquefaction processes

von Kord Ernstson, Werner Mayer, Andreas Neumair und Dirk Sudhaus 

Central European Journal of Geosciences

Der Artikel beschreibt die ersten geologischen und geophysikalischen Untersuchungen zum Phänomen der sogenannten “Donnerlöcher” im Raum Kienberg nördlich vom Chiemsee in Südost-Bayern. Die Autoren kommen zum Schluss, dass die seit Menschengedenken rätselhaften unzähligen plötzlichen Geländeeinbrüche auf späte und auch noch heute wirksame Prozesse einer früheren schockartigen Bodenverflüssigung (Liquefaktion) im Untergrund zurückzuführen sind, wie sie von sehr starken Erdbeben bekannt ist. Die geologisch so markanten Strukturen im Untergrund, wie sie diese neuen Untersuchungen aufgedeckt haben, werden als Folge des Impaktschocks im Zuge der Entstehung des Chiemgauer Meteoritenkrater-Streufeldes (Chiemgau-Impakt) verstanden.

Der Artikel ist zu zitieren als  Ernstson, K., Mayer W., Neumair, A., and Sudhaus, D. (2011): The sinkhole enigma in the alpine foreland, Southeast Germany: Evidence of impact-induced rock liquefaction processes. – Cent. Eur. J. Geosci., 3(4), 385-397.  DOI: 10.2478/s13533-011-0038-y

Die Gravimetrie des Tüttensee-Kraters – neu beleuchtet

Wir wurden von einem aufmerksamen Internet-Besucher auf einen Blogartikel des Dr. Robert Huber, Meeresgeologe von der Universität Bremen (den wir bereits im Zusammenhang mit den regmaglyptischen Furchensteinen vom Chiemsee und seiner Interpretation als Fraß von Bakterien, Algen und Muscheln kennengelernt haben) hingewiesen, in dem Huber auf die Gravimetrie des Tüttensee-Kraters (Ernstson 2005) eingeht (Huber 2011). Wir haben uns diesen Blog-Text angeschaut und gefunden, dass Huber eine ganz neue, verblüffende Erklärung für die Schwereanomalien gefunden hat. Gleich zu Beginn lesen wir, dass Huber bereits in einem vorangegangenen Beitrag gemeint hat, zur Interpretation der Gravimetrie beitragen zu können. Diesen Beitrag haben wir leider nicht mehr im Blog finden können, worauf uns der oben genannte aufmerksame Leser mitgeteilt hat, dass in diesem nun nicht mehr existierenden Beitrag Huber offensichtlich die beiden geophysikalischen Verfahren der Gravimetrie und Geomagnetik nicht recht hat unterscheiden können.

In dem hier zur Diskussion stehenden Beitrag ist allerdings nur noch von der Gravimetrie am Tüttensee die Rede. Kurz zusammengefasst lautet die These von Huber: Weiterlesen

Meteoriteneinschlag bei Nördlingen in Spiegel Online – gar nicht so rätselhaft

Meteoriteneinschlag bei Nördlingen – Geologen ergründen Europas Urkatastrophe.

Das meiste, was der Spiegel da an aufregenden Dingen berichtet, ist seit langer Zeit bekannt. Und gar nicht so rätselhaft, wie im Artikel suggeriert, waren bzw. sind die Beobachtungen zu den geringen Schmelzmengen und zum fehlenden Zentralberg. Die fehlenden Schmelzmengen bei Meteoritenkratern in Untergrundgesteinen aus Sedimenten und gemischt Sedimenten/Kristallingesteinen wurden schon vor 30 Jahren festgestellt und erörtert. In der Arbeit von Kieffer, S. & Simonds, C.S. (1980): The role of volatiles and lithology in the impact cratering process. – Review of Geophysics and Space Physics, 18, 143-181 Weiterlesen