Erste Magnetfeldmessungen (Fehr et al. 2002) im Bereich kleinerer Krater ergaben schwache Anomalien, die aber nicht mit definierten magnetischen Störkörpern in Verbindung gebracht werden konnten. Inzwischen liegen weitere Magnetfeldmessungen im Bereich eines exemplarisch untersuchten Kraters mit einem Durchmesser von 11 m vor (Hoffmann et al. 2005). Danach ist die magnetische Suszeptibilität des Wallmaterials signifikant höher als die der Gesteine der Umgebung. Die Kartierung starker magnetischer, dipolähnlicher Anomalien paßt gut zu eigenen Befunden: Außerhalb der Krater finden wir auffallend viele stark magnetische Gerölle ganz unterschiedlicher Lithologie. Die hohe, vorwiegend remanente Magnetisierung erscheint ungewöhnlich im Vergleich mit typisch magnetischen Gesteinen aus den Alpen (z.B. Amphibolite, Serpentinite). Deshalb erwägen wir, daß diese Gesteine ihre Magnetisierung als eine thermoremanente Magnetisierung im Kontakt mit der überhitzten Impakt-Explosionswolke erhalten haben. Genauere Untersuchungen sind vorgesehen.
Großflächige bodenmagnetische Suszeptibilitätsmessungen in der Region um Burghausen in den sog. 1000jährigen Wäldern (Hoffmann et al. 2004) haben ebenfalls deutlich erhöhte Suszeptibilitäten ergeben. Ein Zusammenhang dieser anomalen Werte (mit einem Maximum in der Tiefe und nicht an der Oberfläche) mit industriellen Prozessen oder geologischer Anlieferung wird ausgeschlossen (Hoffmann et al. 2004). Aus unserer Sicht deutet vieles darauf hin, daß diese Suszeptibilitätsanomalie mit den weit verbreiteten Funden der magnetischen Eisensilizidphasen Gupeiit und Xifengit im ungestörten Boden zusammenhängt und als eine Folge des Impaktes anzusehen ist.
Genauer untersucht werden muß auch ein Krater von ca. 20 m Durchmesser, bei dem impuls-elektromagnetische Sondierungen Hinweise auf metallische Objekte in der Tiefe im Zentrum der Struktur geben, wobei verständlicherweise triviale Ursachen (menschliche Hinterlassenschaften) in Frage kommen.
Abb. 1. Instrument für Schwerkraftmessungen (Gravimeter).
Ein vorerst abgeschlossenes geophysikalisches Projekt betrifft eine Kampagne von Schwerkraftmessungen (Gravimetrie, Abb.1) auf dem zugefrorenen Tüttensee und in seiner Umgebung mit einem bemerkenswerten Resultat, das die alte Annahme einer Toteisentstehung weiter unwahrscheinlich werden läßt. Den vollständigen Artikel über die Kampagne und die Ergebnisse findet man HIER.