Knochen und Zähne im Impakthorizont (Ejekta, Bunte Breccie) am Tüttensee.

 

Die in zahlreichen Schürfen als wahrscheinliche Auswurfmassen des Tüttensee-Kraters angetroffene Lage einer polymikten Brekzie ( http://chiemgau-impakt.de/pdfs/ATT00007.pdf ) enthält in der tonigen Grundmasse (Matrix) neben bunten Trümmerfragmenten mit Schockeffekten (http://chiemgau-impakt.de/pdfs/bdw3.pdf ) reichlich organisches Material in Form von Holz und Holzkohle. Daneben wurden Knochenfragmente und Zähne in mittlerweile vier Schürfen angetroffen. Für zwei Knochen und zwei Zähne konnten jetzt präzisere Bestimmungen vorgenommen werden (durch Dr. M. Mäuser, Direktor desNaturkundemuseums in Bamberg).

Knochen 1 (Schurf Bild 1) ist die zweite Phalange (Zehenknochen, Kronbein) eines Rindes. Knochen 2 gehört zum linken Astragalus (Rollbein) eines Hirsches – vermutlich Rothirsch; Damhirsch nicht ausgeschlossen. Zahn 1 (Bild 3) ist ein Oberkiefermolar eines Ziegenartigen (Caprinae). Zu den Ziegenartigen gehören neben Schaf und Gemse auch die Ziegen und der Steinbock. Die Größe des Zahns spricht für Schaf oder Steinbock. Zahn 2 (Bild 4) ist wahrscheinlich ein Pd4(hinterster Milchprämolar), vermutlich ebenfalls von einem Ziegenartigen.

Ungeklärt wird bleiben, ob die Tiere beim Impakt umkamen oder die Skelette bereits existierten, zertrümmert und zu Bestandteilen der Impaktbrekzie wurden. Bei Schaf und Rind könnte es sich um Haustiere gehandelt haben.

Schock-Effekte (Schockmetamorphose) in Gesteinen aus dem Impakthorizont am Tüttensee (Ejekta, Bunte Breccie)

 

Zahlreiche Schürfe im Umfeld des Tüttensees weisen auf eine mehr oder weniger zusammenhängende Schicht von Auswurfmassen (Impakt-Horizont) um den See herum. Die Besonderheiten dieses Horizontes mit seinen impakt-typischen Merkmalen sind bereits beschrieben worden: http://www.chiemgau-impakt.de/pdfs/ATT00007.pdfhttp://www.chiemgau-impakt.de/pdfs/Seiten%201-10.pdf und http://www.chiemgau-impakt.de/pdfs/Seiten%2011-26.pdf. Gezielt wurden nunmehr Proben (von kristallinen und sedimentären alpinen Geröllen) aus dieser Schicht entnommen, die systematisch auf Schockeffekte analysiert wurden, wobei vorerst allein Untersuchungen am optischen Mikroskop vorliegen. Nach Durchsicht von Dünnschliffen aus 31 Gesteinsproben aus 7 verschiedenen Schürfen steht fest, daß ein reichhaltiges Inventar an Mineralveränderungen besteht, die mit Sicherheit oder sehr großer Wahrscheinlichkeit auf Schockeinwirkung zurückzuführen sind. Die beiden hier gezeigten Dünnschliffaufnahmen (xx Polarisatoren) zeigen links planare Deformationsstrukturen (PDFs) in einem Quarz aus einem Glimmerquarzit und rechts zwei Scharen von extrem engständigen Knickbändern in einem Biotit aus einem Gneis. Einen ausführlichen Text dazu mit 17 Dünnschliffaufnahmen kann man HIER anklicken