Ankündigung Chiemgau-Impakt Jahresvortrag 2021 virtuell

große Krater Eggstätter Seenplatte Chiemgau Impakt

Liebe Besucher, die den Forschungen zum Chiemgau-Impakt verbunden sind,

wie in jedem Jahr findet unser Frühlings-Jahresvortrag auch 2021 statt, aus bekannten Gründen aber als eine virtuelle Veranstaltung, zu der Sie herzlich eingeladen sind.

Der Vortrag am Freitag dem 30. April beginnt online um 19:00 Uhr mit dem Titel:

„Chiemgau-Impakt: Kosmische Brocken und irdische Relikte – Faszinierende Forschungsergebnisse rund um ein bayerisches Meteoritenkrater-Streufeld“

Den Schwerpunkt werden die neuen, teilweise aufregenden Erkenntnisse aus den Jahren 2019/2020 bilden. Dieser Kern wird in einen Rahmen aus den früheren Forschungsergebnissen eingebettet, der „Neuankömmlingen“, die wir herzlich begrüßen, den Chiemgau-Impakt grundsätzlich näher bringen soll.

Wenn Sie sich zum Vortrag einloggen, lassen Sie sich bitte nicht von der standardisierten Teams-Startseite verwirren und klicken am besten nur den mittleren Link „In disem Browser fortfahren“ an.

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Im übrigen ist geplant, eine bearbeitete Version des Vortragsvideos ins Internet zu stellen, mit der der Vortrag sozusagen noch einmal oder wiederholt aufgearbeitet werden kann.

Der Chiemgau-Impakt und die Archäologie – neuer Artikel

The Chiemgau Impact – a meteorite impact in the Bronze-/Iron Age and its extraordinary appearance in the archaeological record

Barbara Rappenglück (Gilching), Michael Hiltl (Oberkochen), Michael Rappenglück (Gilching), Kord Ernstson (Würzburg)

Zusammenfassung. –

Der Chiemgau Impakt – ein Meteoriteneinschlag in der Bronze-/Eisenzeit und sein außergewöhnliches Auftreten im archäologischen Befund

Der größte bislang bekannte Meteoriteneinschlag des Holozäns ereignete sich in der Bronze-/Eisenzeit in Südostbayern, zwischen Altötting und dem Alpenrand. Das Er- eignis wird als „Chiemgau Impakt“ bezeichnet. Mehr als 100 Krater mit Durchmessern von 5 m bis zu mehreren hundert Metern verteilen sich über ein Gebiet von ca. 60 km Länge und 30 km Breite. Funde von meteoritischem Material bestätigen das Ereignis ebenso wie der verbreitete Nachweis von sog. Schockmetamorphose im Gestein. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen neue Untersuchungen von „Schlacken“ aus einer ar- chäologischen Ausgrabung in Chieming-Stöttham, am Ostufer des Chiemsees. Sechs Objekte, die mit Polarisationsmikroskop und SEM-EDS analysiert wurden, stellten sich als komplexe Kombinationen von Gestein mit Metallpartikeln heraus. Während die Gesteinsbestandteile die für einen Meteoriteneinschlag typische Schockmetamorphose zeigen, erwiesen sich die metallischen Komponenten als Überreste von Artefakten aus hoch bleihaltiger Bronze bzw. Eisen. Zusammen bilden sie ein Impaktgestein. Nach unserem Kenntnisstand sind dies die weltweit ersten Beispiele, in denen Artefakte Bestandteile eines Impaktgesteins geworden sind. Darüber hinaus erlaubt die besondere Art der metallischen Komponenten sowie die Betrachtung des archäologischen Kontextes, die Datierung des Chiemgau Impakts auf ca. 900–600 v. Chr. zu präzisieren.

„Sterne und Weltraum“ und der Tüttensee-Krater beim Chiemgau-Impakt

„Sterne und Weltraum“ und der Tüttensee-Krater beim Chiemgau-Impakt

Tilmann Althaus, Redakteur des Magazins, in einer Buchbesprechung (Terrestrial Impact Structures von Manfred Gottwald, Thomas Kenkmann , Wolf Uwe Reimold):

„Somit sucht man z.B. Pseudokrater wie den bayerischen Tüttensee im Alpenvorland vergeblich, bei dem sensationsheischend eine Entstehung als Einschlagkrater vor rund 3500 Jahren postuliert wurde. Dies wurde bei ernsthaften wissenschaftlichen Untersuchungen ins Reich der Fabel verwiesen, woran auch der Autor Wolf Uwe Reimold beteiligt war. Tatsächlich ist dieser See ein Relikt der Eiszeit.“

Althaus, nach Ausweisung bei seiner Buchbesprechung promovierter Geowissenschaftler und seit 2002 Redakteur bei „Sterne und Weltraum“, hat wohl in der Redaktionsstube von den bald 20 Jahren die letzten 15 Jahre im Schlaf verbracht und nicht mehr mitbekommen, was in dieser Zeit bis auf den heutigen Tag an wissenschaftlichen Kampagnen der Geologie (an die 100 Schürfe um den Tüttensee herum), Geophysik (Gravimetrie, Seismik, Bodenradar), Mineralogie-Petrographie-Geochemie, Geomorphologie und Archäologie mit Kooperation renommierter Institute und Institutionen, dazu 2 Büchern, 33 Publikationen mit Peer-Review und Beiträgen auf international renommierten Kongressen (hier aufgelistet und nachzulesen) erfolgt ist.

Die „ernsthaften wissenschaftlichen Untersuchungen“ sind wohl beim Büroschlaf im Traum erschienen. Es gibt keine. Der einzige Beitrag von Reimold liegt mit seiner unsäglichen Presseerklärung zum Chiemgau-Impakt 15 Jahre zurück.

Ein peinlicher Beitrag in „Sterne und Weltraum“.

(K. Ernstson)

Forschungen Chiemgau-Impakt 2020 Rückblick

Forschungen Chiemgau-Impakt 2020 Rückblick – Beiträge zu internationalen Tagungen

Lunar & Planetary Science Conference (LPSC) Houston – American Geophysical Union (AGU) Fall Meeting San Francisco – Yushkin Readings 2020 Syktyvkar (Modern Problems of Theoretical, Experimental, and Applied Mineralogy) – Planetary Crater Consortium Meeting (PCC) Hawaii

AGU Fall Meeting 2020 San Francisco virtuell

AGU Fall Meeting – Poster in der Tagungsgalerie – Ernstson & Poßekel: Bodenradar-Messungen in Kratern des Chiemgau-Impaktes – neue Erkenntnisse zu den Kraterbildungsprozessen

Hier kann das Poster angeklickt werden, das natürlich nicht an der Wand hängt, aber aus der AGU Internet-Galerie als komplette Webseite mit allen entsprechenden Möglichkeiten abrufbar ist.