Aus der Bunten Breccie am Tüttensee

Die Schicht der Auswurfmassen vom Tüttensee hat hier schon mehrfach für die Bilder der Woche hergehalten, was im Archiv nachvollzogen werden kann. Jetzt präsentieren wir einige besonders schöne Einzel-Komponenten, nachdem wir sie von der tonigen Matrix dieser polymikten Breccie befreit haben. Zum Begriff „Breccie“ (oder „Brekzie“) wollen wir anmerken, dass er nach der gängigen Klassifikation ein klastisches, also aus eckigen Trümmerkomponenten in einem Bindemittel bestehendes Gestein bezeichnet. Wenn wir hier auch gerundete Komponenten in der Breccie vorfinden, dann ist das so zu verstehen, dass beim Impakt im Bereich des heutigen Tüttensees auch ein konglomeratisches Gestein aus alpinen Geröllen zertrümmert wurde, wobei Komponenten dieser Zertrümmerung auch als gerundete Gerölle heil bleiben und als Bestandteile in die Breccie eingearbeitet werden konnten. Entsprechendes findet man auch in der Bunten Breccie des Nördlinger Ries-Kraters (z.B. die Buchberg-Gerölle).

 

  Bild 1

 

Unsere hier gezeigten Gerölle aus der Tüttensee-Bunte Breccie zeichnen sich dadurch aus, dass sie beim Impakt offenbar noch mehr erlebt haben. Die tiefgreifende Korrosion und Gesteinslösung bis hin zu skelettartigen Bildungen führen wir auf die Einwirkungen hoher Temperaturen oder/und die Einwirkung starker Säurelösung zurück.

 

Der mächtige Brocken in Bild 1 ist ein Kalkstein, der mit seiner Skulptur (man beachte z.B. den zarten, hochstehenden Zapfen etwa in der Mitte) so nicht aus den Alpen gekommen sein kann. Offenbar ist ein beachtlicher Teil des Gesteins fortgeführt worden, und zwar nicht durch Bruch. Eine Erklärung können die hohen Temperaturen beim Impakt sein, bei denen ein Kalkgestein schmelzen oder sich wie beim Kalkbrennen zersetzen kann. Möglich ist auch eine Lösung durch Salpetersäure, die in der Impakt-Explosionswolke entstehen kann, was wir an dieser Stelle schon früher erörtert haben. Beide Prozesse (Hitze und Säure) müssen sich dabei nicht ausschließen.

 

  Bild 2

 

Bild 2 zeigt eine Sandsteinkomponente, die irgendjemand bereits als Saurier-Embryo bezeichnet hat. Bei Formung dieser „Skulptur“ können wir dieselben Prozesse der Zerstörung verantwortlich machen. Wenn die Quarzkörner des Sandstein mit einem karbonatischen Bindemittel zementiert sind, geschieht bei Temperatur und Säure die Zerstörung des Bindemittels mit tiefgreifender Vergrusung. Bei zurückgehender Temperatur bzw. nachlassender Säurewirkung bleiben dann solche Gesteinsskelette zurück.

 

Nicht anders verhält es sich bei den Komponenten der Bilder 3 und 4 mit den tiefgreifend zerfressenen Kalk- bzw. Dolomitsteinen mit z.T.scharfkantig herausmodellierten Graten. Bei den herausragenden Rippen, die Temperatur/Säure widerstanden haben, handelt es sich um Quarzgängchen, die deutlich höhere Schmelztemperaturen benötigen bzw. weit widerstandsfähiger bei Säurelösung sind.

 

  Bild 3

 

 Bild 4

 

Wir machen noch einmal darauf aufmerksam, dass die hier gezeigten drastischen Gesteinsveränderungen an Klasten beobachtet werden, die Bestandteile eines Gesteins, nämlich der Bunten Breccie sind. Mit Blick auf bereits früher von uns vorgestellte, derartig tiefgreifend korrodierte Komponenten des Impakthorizontes, haben Mitarbeiter des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (früher: des Geologischen Landesamtes) als Erklärung saure Böden herangezogen, was wir hier nicht weiter kommentieren wollen.

 

  Bild 5

 

Die in Bild 5 gezeigte Komponente stammt ebenfalls aus dem Impakthorizont, und zwar von der Basis der Bunten Breccie, wo sie in den liegenden fossilen Bodenhorizont eingedrückt angetroffen wurde. Der Block besteht aus festem, hartem Quarzit und zeigt rundum an mehreren Stellen muldenartig in das Gestein hineingreifende Ausschürfungen. Die Oberfläche des Quarzitblocks zeigt keinerlei Striemungen, und auch die Einmuldungen sind nicht auf glaziale Verformung durch Gletscher zurückzuführen – um entsprechenden Einwendungen von Impakt-Kritikern vorzubeugen. Die muldenartigen, gerichteten Ausschürfungen sind glatt, was für eine wenn auch nur kurze plastische Reaktion (wie ein Brei) des Quarzitmaterials spricht. Im Rahmen unseres Models, das die Schicht der Bunten Breccie als einen Auswurfhorizont (Ejekta) des Tüttensee-Kraters erklärt, dürfte dieser Block unmittelbar nach dem Einschlag in alpines Material in die durch extreme Schockdrücke initiierte Exkavation des Kraters geraten sein. In dieser Hochdruckphase wurde es durch benachbarte Gerölle derart plastisch verformt, geriet in den Auswurf and schlug an der Basis des sich bildenden Ejektahorizontes der Bunten Breccie in den damaligen (heute fossilen) Boden ein

Knochen und Zähne im Impakthorizont (Ejekta, Bunte Breccie) am Tüttensee.

 

Die in zahlreichen Schürfen als wahrscheinliche Auswurfmassen des Tüttensee-Kraters angetroffene Lage einer polymikten Brekzie ( http://chiemgau-impakt.de/pdfs/ATT00007.pdf ) enthält in der tonigen Grundmasse (Matrix) neben bunten Trümmerfragmenten mit Schockeffekten (http://chiemgau-impakt.de/pdfs/bdw3.pdf ) reichlich organisches Material in Form von Holz und Holzkohle. Daneben wurden Knochenfragmente und Zähne in mittlerweile vier Schürfen angetroffen. Für zwei Knochen und zwei Zähne konnten jetzt präzisere Bestimmungen vorgenommen werden (durch Dr. M. Mäuser, Direktor desNaturkundemuseums in Bamberg).

Knochen 1 (Schurf Bild 1) ist die zweite Phalange (Zehenknochen, Kronbein) eines Rindes. Knochen 2 gehört zum linken Astragalus (Rollbein) eines Hirsches – vermutlich Rothirsch; Damhirsch nicht ausgeschlossen. Zahn 1 (Bild 3) ist ein Oberkiefermolar eines Ziegenartigen (Caprinae). Zu den Ziegenartigen gehören neben Schaf und Gemse auch die Ziegen und der Steinbock. Die Größe des Zahns spricht für Schaf oder Steinbock. Zahn 2 (Bild 4) ist wahrscheinlich ein Pd4(hinterster Milchprämolar), vermutlich ebenfalls von einem Ziegenartigen.

Ungeklärt wird bleiben, ob die Tiere beim Impakt umkamen oder die Skelette bereits existierten, zertrümmert und zu Bestandteilen der Impaktbrekzie wurden. Bei Schaf und Rind könnte es sich um Haustiere gehandelt haben.

Schock-Effekte (Schockmetamorphose) in Gesteinen aus dem Impakthorizont am Tüttensee (Ejekta, Bunte Breccie)

 

Zahlreiche Schürfe im Umfeld des Tüttensees weisen auf eine mehr oder weniger zusammenhängende Schicht von Auswurfmassen (Impakt-Horizont) um den See herum. Die Besonderheiten dieses Horizontes mit seinen impakt-typischen Merkmalen sind bereits beschrieben worden: https://www.chiemgau-impakt.de/pdfs/ATT00007.pdfhttps://www.chiemgau-impakt.de/pdfs/Seiten%201-10.pdf und https://www.chiemgau-impakt.de/pdfs/Seiten%2011-26.pdf. Gezielt wurden nunmehr Proben (von kristallinen und sedimentären alpinen Geröllen) aus dieser Schicht entnommen, die systematisch auf Schockeffekte analysiert wurden, wobei vorerst allein Untersuchungen am optischen Mikroskop vorliegen. Nach Durchsicht von Dünnschliffen aus 31 Gesteinsproben aus 7 verschiedenen Schürfen steht fest, daß ein reichhaltiges Inventar an Mineralveränderungen besteht, die mit Sicherheit oder sehr großer Wahrscheinlichkeit auf Schockeinwirkung zurückzuführen sind. Die beiden hier gezeigten Dünnschliffaufnahmen (xx Polarisatoren) zeigen links planare Deformationsstrukturen (PDFs) in einem Quarz aus einem Glimmerquarzit und rechts zwei Scharen von extrem engständigen Knickbändern in einem Biotit aus einem Gneis. Einen ausführlichen Text dazu mit 17 Dünnschliffaufnahmen kann man HIER anklicken

Die „Bunte Breccie“ vom Tüttensee

Mit dem Begriff „Bunte Breccie“ wird beim Ries-Impaktkrater (Nördlinger Ries) derjenige Anteil der Auswurfmassen (Ejekta, Bunte Trümmermassen) bezeichnet, der bei der geologischen Detail-Kartierung zeichnerisch nicht mehr in stratigraphisch unterscheidbare Einheiten unterteilt werden kann. Das „Bunte“ bezieht sich dabei auf die vielen Farben (schwarze Jura-Tonsteine, weiße Malm-Kalksteine, violette und grünliche Keupergesteine, vielfarbige Kristallingesteine), die bei starker Durchmischung der Komponenten dieser Breccie eben das bunte Aussehen verleihen. Neue Schürfe am Tüttensee haben eine „Bunte Breccie“ angetroffen (das Bild hier), die eine ungemein große Ähnlichkeit mit ihrer „Namensschwester“ vom Rieskrater besitzt, inbesondere wenn man zum Vergleich die dortige feinstückige tonige Breccie heranzieht. Ein vergleichbarer Bildungsprozeß (beides Impakt-Ejekta) ist zu vermuten. Etwas ausführlicher wird der neue Befund am Tüttensee in einem vorläufigen Bericht HIER abgehandelt.

Schürfe in der östlichen Umrahmung des Tüttensees haben den Impakthorizont, der im Herbst 2005 am Ortsrand von Grabenstätt aufgeschlossen wurde (https://www.chiemgau-impakt.de/einfuehrung/ein-impakthorizont-bei-grabenstatt/), erneut und an mehreren Stellen angetroffen. Die Befunde ähneln stark denjenigen von Grabenstätt mit einigen zusätzlichen Besonderheiten. Ein vorläufiger Bericht mit 33 Farbbildern, der den Impaktursprung des Tüttensees weiter untermauert, ist hier (Teil1 undTeil2) nachzulesen.

 

Einer der bemerkenswertesten Krater im Impakt-Streufeld ist der Krater 024 bei Marktl. Er ist aus der Uferböschung des Inns geradezu herausgestanzt worden und heute noch als Halbkrater mit einem Durchmesser von ca. 50 m erhalten. Ursprünglich hat es einen Wall gegeben, der im Zuge der Ackerbewirtschaftung eingeebnet wurde. Foto: Gerhard Benske.


Erzmikroskopische Aufnahme einer Probe aus der Krater-Streuellipse: Längliche dunkle Xifengit-Kristalle (x) und Titankarbid-Einschlüsse (tc) in einer Matrix aus Gupeiit (g). Die Eisensilizid-Minerale Xifengit und Gupeiit sowie das Titankarbid sind wichtige Funde im Zusammenhang mit dem Impakt.

Mineralogisch-petrographische und geochemische Untersuchungen

Seit der ersten online-Veröffentlichung über den „Kometen vom Chiemgau“ durch die amerikanische Zeitschrift Astronomy und dem ersten ausführlicheren Internetartikel (Rappenglück et al. 2004) ist ein umfangreiches Programm mineralogisch-petrographischer und geochemischer Untersuchungen an Gesteinen und Material aus der Streuellipse und ihrer Umgebung durchgeführt worden. Die Arbeiten (Dünnschliff-Petrographie, Mikrosonden- und Röntgenstrahlen-Analysen, Analytik am Rasterelektronenmikroskop usw.) erfolgten vornehmlich am Institut für Mineralogie der Universität Würzburg, untergeordnet bei Carl Zeiss SMT, Oberkochen.

Außer vom CIRT gezielt entnommenem Material wurde eine größere Zahl von  Proben analysiert, die interessierte und aufmerksame Zeitgenossen gefunden und uns übermittelt haben. Bei nicht allen Proben sind wir bisher zu schlüssigen Resultaten gekommen; bei einigen stehen weitergehende Untersuchungen aus.

Einen Komplex, der u.a. bisher sehr detailliert untersucht wurde, stellen die lithologisch sehr vielfältigen, mechanisch und thermisch stark beanspruchten Gerölle aus Kratern im nördlichen Bereich des Impakt-Areals dar (Abb. 1, 2, 3). 17 Geröllproben wurden mit Dünnschliffen und Mikrosonde analysiert (Institut für Mineralogie der Universität Würzburg). Die Gerölle aus den Molassesedimenten repräsentieren gängige Gesteine aus den Alpen wie Quarzite oder basische Metamorphite. Die Dünnschliffe zeigen deutlich eine Schockmetamorphose bei hohen Temperaturen und Drücken. Wir beobachten multiple Scharen von planaren Deformationsstrukturen (PDFs, Abb. 3) in Quarz und Feldspat, diaplektisches SiO2-Glas und extreme Subkornbildung. Extremes Auftreten von offenen und glasgefüllten Zugbrüchen in den Geröllen und in einzelnen Quarzkörnern deutet auf Spallation durch dynamische Schockimpulse. Schmelzgläser finden sich in drei verschiedenen Ausbildungen: als dünne Glaskrusten (Abb.1), die in vielen Fällen die Gerölle vollständig überziehen, als blasiges und teilweise rekristallisiertes Feldspatglas (Abb. 2), das Quarzite vollständig durchsetzt, und als auf die Gerölle aufgekleckste Schmelzbatzen aus Fremdmaterial.

Abb. 1. Vollständig mit Glas ummanteltes Geröll aus Krater 004 (links). Rechts: Nahaufnahme. Das farblos bis grünliche Glas enthält zahllose winzige Bläschen. Breite des Ausschnitts 22 mm.

Die Glasüberzüge haben sich wahrscheinlich gebildet, als die bei der Kraterbildung ausgeworfenen Gerölle in die überhitzte Explosionswolke hineinflogen. Da dieses Glas stark an Kalium und Natrium angereichert ist, was sonst in den Geröllen praktisch nicht vorkommt, muß eine externe Anlieferung angenommen werden. Ein Beitrag aus verglühter oder verdampfter Vegetation muß in Betracht gezogen werden.

Abb. 2. Links: Anschnitt eines thermisch geschockten Quarzit-Gerölls aus dem 11 m messenden Krater 004. Man beachte die dunklen Streifen aus teilweise rekristallisiertem Feldspat-Glas, die dem Gestein ein gneis-ähnliches Aussehen vermitteln. Rechts: Nahaufnahme. Dunkles und farbloses Feldspat-Glas zusammen mit hellen Quarzkörnern. Das Aufnahmefeld ist 3 mm breit.

Abb. 3. Zwei scharen planare Deformationsstrukturen (PDFs) in Quarz als Ausdruck von Schockbeanspruchung. Aus einem Geröll in Krater 004. Das Feld ist 1,5 mm breit

Die Geländebeobachtungen und die Laboruntersuchungen schließen normale tektonische Prozesse und anthropogene Einwirkungen völlig aus und sprechen eindeutig für ein Impaktereignis. Ein ausführlicher Artikel zu diesen Untersuchungen kann HIER angeklickt werden.

Weitere Hinweise auf hohe Temperaturen geben die Funde weißer, hochporöser Karbonat-Klasten (Abb. 4). Wir interpretieren sie als Kristallisationsprodukte einer Karbonatschmelze aus der Aufschmelzung von Kalkstein-Geröllen. Sehr ähnliches schaumiges Karbonat-Material, ebenfalls als Relikte von Karbonatschmelzen gedeutet, wird für die Impaktstrukturen von Azuara und Rubielos de la Cérida beschrieben (Ernstson & Claudin 2002; siehe auch Grieve & Spray 2003). Anders als silikatische Gesteine können Karbonate nicht zu Glas abgeschreckt werden. Stattdessen kristallisieren sie beim Abkühlen sehr schnell aus, um wieder zu Calcit/Aragonit zu werden. Typisch ist dann z.B. das Auftreten von dendritischen Kristalliten. In den hier beschriebenen weißen Karbonatmassen finden sich auch Relikte von Calcit-Kristallen mit Mikrozwillingsbildung, die ebenfalls als Schockindikator gilt (Metzler et al. 1988, und weitere Zitate dort). Weiter unten beschreiben wir solche hochporösen Karbonat-Klasten, die mit Eisensilizid-Splittern gespickt sind.

Abb. 4. Extrem poröse Karbonat-Klasten werden als Kristallisationsprodukte aus einer Karbonatschmelze gedeutet.

Eine besondere Material-Gruppe stellen die metallischen Partikel dar, die ursprünglich die Entdecker auf die Spur des Impaktes gebracht hatten und die mittlerweile über die gesamte Fläche des Kraterstreufeldes und in einem begleitenden Halo, insgesamt auf einer Fläche von über 3000 km², nachgewiesen wurden.

Metallische Stücke  bis zu einer Größe von 10 cm, in der Regel aber nur sehr klein bis zu einer Fraktion von feinem Sand, zeigen sich ohne jegliche Oxidationsspuren, besitzen eine Dichte von 6,3 g/cm³ und eine Mohs’sche Härte von 6-8. Aerodynamische und Abspratz-Formen sind häufig (Abb. 5).

Abb. 5. Typische Formen größerer Partikel von metallischen Eisensiliziden.

In der Analyse erweisen sie sich als  Eisensilizide unterschiedlicher Eisen-Silizium Verhältnisse, FeXSiY, mit verschiedenen Einschlüssen, darunter Titankarbid, TiC, Alpha-Eisen und Aluminium-Silizid, AlXSiY. Auch in den oben beschriebenen hochporösen Karbonatklasten, die aus einer Karbonatschmelze abgeleitet werden, finden sich die metallischen Eisensilizide als Einschlüsse (Abb. 6).

Abb. 6. Hochporöses karbonatisches Material gespickt mit winzigen metallischen Partikeln. Die Pfeile markieren größere Einschlüsse. Länge der Probe 5 cm.

Dieses sehr eigenartige metallische Material, das offenbar eng mit den Kratern des Streufeldes vergesellschaftet ist, wurde – nach früheren Untersuchungen an Funden im nördlichen Areal (Beer 2003, Rösler et al. 2004, 2005, Schryvers & Raeymakers 2005) – erneut am Institut für Mineralogie der Universität Würzburg analysiert, und zwar für Fundorte in der gesamten Streuellipse bis in Hochlagen (1200 m NN) der allerersten Alpenkette.

Regelmäßig werden Verwachsungen der Eisensilizid-Minerale  Gupeiit, Fe3Si1 , und Xifengit, Fe5Si, beobachtet (Abb. 7, 8), und häufig schwimmen Kristalle von Titan-Karbid, TiC , in einer Gupeiit-Matrix (Abb. 9, 10).

Die Minerale Gupeiit und Xifengit wurden eindeutig mit eine Röntgen-Analyse identifiziert (Abb. 11). Die Möglichkeiten einer industriellen Herkunft der Eisensilizide und des Titankarbid werden ausführlich diskutiert unter dem Menüpunkt Diskussion anderer Modelle sowie nach neuesten Untersuchungen – HIER.

 

Abb. 7. Gelängte dunkle Xifengit-Kristalle (x) in einer Matrix aus Gupeiit (g). Erzanschliff im Auflichtmikroskop.

Abb. 8. Kristall des Eisensilizids Fe1Si1 ummantelt von Xifengit; beide schwimmen in einer Matrix aus Gupeiit. Erzanschliff im Auflichtmikroskop.

Abb. 9. Gelängte dunkle Xifengit-Kristalle  (x) und Titankarbid-Einschlüsse (tc) in einer Gupeiit-Matrix (g). Erzanschliff im Auflichtmikroskop.

Abb. 10. Dreieckige Anschnitte von Titankarbidkristallen in einer Gupeiit-Matrix Erzanschliff im Auflichtmikroskop.

Abb. 11. Pulverdiffraktogramm einer Eisensilizidprobe mit typischen Reflexen von Xifengit, Gupeiit und Titankarbid.

Regmaglypten auf Kalkstein-Geröllen: Hinweis auf Karbonatschmelze im Chiemgau-Impakt – Nachtrag

Vor etwa 40 Jahren wurde von Thomas Weber, Hettenleidelheim, im Bereich des nördlichen Chiemseeufers zwischen Seebruck und Lambach ca. 30 – 40 m vom Ufer entfernt aus 2 – 3 m Wassertiefe der Stein der Abb. 1 geholt. Ein weiterer, sehr ähnlicher Brocken wurde an derselben Stelle von seinem Begleiter geborgen. Wegen der sehr ungewöhnlichen Oberflächenskulptur wurden die Steine seinerzeit als Sammelobjekte mitgenommen. Thomas Weber hat uns nunmehr, nachdem er sich im Zusammenhang mit der Diskussion über den Chiemgau-Impakt an seinen Fund erinnerte, den Stein zur Untersuchung und Dokumentation zur Verfügung gestellt.

Abb. 1. Ein aus dem Chiemsee geborgenes regmaglyptisches Kalksteingeröll. 

Wir deuten die eigenartige Oberflächenskulptur als Schmelzstrukturen, sogenannte Regmaglypten, die beim Flug des Gerölls durch die heiße Explosionswolke beim Chiemgau-Impakt entstanden. Regmaglypten sind ursprünglich von Meteoriten bekannt, mittlerweile aber auch von irdischen Impaktstrukturen beschrieben worden (Abb. 2).

Ein ausführlicherer Text über Regmaglypten, das hier gezeigte Geröll, Verwechslungsmöglichkeiten mit gewöhnlichen Lösungskarren und eine Erörterung im Rahmen des Chiemgau-Impaktes kann HIER angeklickt werden.

Abb. 2. Erstaunlich ähnlich: Regmaglypten auf der Oberfläche des Tabor-Meteoriten (links) und auf einem Kalkstein-Fragment aus den Puerto Mínguez-Ejekta, Azuara-Rubielos de la Cérida-Impaktstrukturen (Spanien).


Dr. R. Huber von der Universität Bremen hat uns kürzlich mitgeteilt, daß dem (Zit.) Augenschein nach die hier gezeigten Skulpturen das Werk von Endolithen, also von Bakterien und Algen seien. Wir bedanken uns für seinen Hinweis und werden die Strukturen auch noch einmal unter dem Gesichtspunkt biogener Formen untersuchen. Eine endolithische Entstehung halten wir für äußerst unwahrscheinlich und verweisen darauf, daß dem Augenschein nach sehr ähnliche Strukturen dennoch aus ganz unterschiedlichen Prozessen resultieren können. Ein einschlägig typisches Beispiel ist die absolute phänomenologische Übereinstimmung von Produkten regmaglyptischer Schmelzprozesse und Lösungsprozessen im Karst (Karren).

Inzwischen haben wir die sog. “Furchensteine” auch unter dem Gesichtspunkt einer Wirkung von Algen und Bakterien untersucht. Diese Erklärung müssen wir für die von uns (!) beschriebenen Strukturen ausschließen. Wir verweisen dazu auch noch einmal auf den ausführlichen Artikel .

Unter die Lupe genommen: „Der Sturz des Phaethon“:

Diskussion und Erwiderung in der Zeitschrift „Antiquity“

Im Sommer 2010 haben die Historikerin Barbara Rappenglück und andere Wissenschaftler des Chiemgau Impact Research Teams in der renommierten internationalen Fachzeitschrift „Antiquity“ einen durch unabhängige internationale Experten begutachteten (peer review) Aufsatz publiziert unter dem Titel “The fall of Phaethon: a Greco-Roman geomyth preserves the memory of a meteorite impact in Bavaria (south-east Germany)“ (Antiquity 84, 2010, 428-439; http://antiquity.ac.uk/ant/084/ant0840428.htm). In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Antiquity“ versuchen Beamte des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) in einer (keinem Fachgutachterprozess unterworfenen) Rückmeldung auf den Aufsatz von Rappenglück et al., den Umstand eines Meteoriteneinschlags im Chiemgau, den sog. Chiemgau Impakt, grundsätzlich in Frage zu stellen (Doppler et al., Antiquity 85, 2011, 274-277). Rappenglück et al. antworten darauf im selben Heft (Antiquity 85, 2011, 278-280; http://antiquity.ac.uk/ant/085/ant0850278.htm) und weisen die Einwände des LfU zurück. Die Copyright-Richtlinien von „Antiquity“ gestatten es nicht, den Text auf dieser Webseite zugänglich zu machen. Wir bieten hier daher einen Überblick zu unserer Erwiderung.

Doppler et al.s Argumentation stützt sich auf Studien, deren Ansatz für die Impaktforschung ungeeignet ist. Dies sei anhand des folgenden Beispiels illustriert: Doppler et al. bestreiten die Existenz des von uns mit dichten, gezielt angelegten Sonar-Messungen nachgewiesenen 900x400m-Doppelkraters im Chiemsee mit dem Argument, „over 200 km of seismic profiles“ sowie 4 Bohrkerne hätten keine „major disturbance in the sedimentary sequence“ gezeigt. Schauen wir uns zuerst die 200 km seismische Profile an. Projiziert man diese scheinbar beachtliche Länge als rechtwinkliges Netz auf die Fläche des Chiemsees, die eine Ausdehnung von ca. 80 km2 hat, so ergibt sich eine große Maschenweite von ungefähr 800 m. Das bedeutet, dass sogar eine so große Struktur wie der 900x400m-Doppelkrater der Auffindung leicht entgehen konnte. Betrachten wir des weiteren Doppler et al.s vier Bohrkerne. Für die Zielsetzung von Impaktforschung sind vier Bohrkerne verteilt über eine Fläche von 80 km2 der Nadel im Heuhaufen vergleichbar. Darüber hinaus unterliegen Doppler et al. dem Irrtum, dass im Fall von meteoritischen Nebeneinschlägen in den Chiemsee das gesamte Bett des Chiemsees durcheinandergebracht worden sein müsste (Doppler et al. 2011: 276: “They [the cores] produced undisturbed sections and show no indication of a major disturbance in the sedimentary sequence which would be expected from an impact.”). Dieser Gedanke belegt eine amateurhafte Vorstellung von Impaktprozessen und eine völlige Unkenntnis der Geophysik eines Meteoriteneinschlags. Im nächsten Absatz, im Zusammenhang mit Doppler et al.s Bohrung am Tüttensee, wird dies erläutert.

Das zentrale Argument von Doppler et al. basiert auf einer Bohrung am Rand des Tüttensees. Dort fanden sie “an undisturbed sequence ranging from 4800 years ago near the surface to 12 500 years ago from the lake deposits at the base” (Doppler et al. 2011: 274). Aus dieser Beobachtung schließen sie, dass weder der Tüttensee-Kessel ein Meteoritenkrater sei, noch, dass er – wie von uns erschlossen – im sehr späten Holozän entstanden sei, sondern seine Entstehung der letzten Eiszeit verdanke. Doppler et al.s Schlussfolgerung basiert auf der (falschen) Annahme, dass sich die Stelle ihrer Bohrung innerhalb des Kraters befinde. Die Frage, ob diese Stelle innerhalb oder außerhalb des Kraters ist, ist sehr wesentlich im Hinblick auf die beim Impakt freiwerdenden Kräfte, ihre Ausdehnung und ihre Auswirkungen. Der heute sichtbare Rest des Kraterwalls suggeriert, dass sich die Bohrstelle innerhalb des Kraters befinde. Doch ist dieser Eindruck, wie die Graphik zeigt, falsch. Die Bohrstelle befindet sich außerhalb der ursprünglichen Kraterhohlform, wo, den physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Druckausbreitung entsprechend, die Schockintensität bereits so abgefallen war (auf einen maximalen Druck von wenigen kbar), dass geringfügige Deformationen in einem Bohrkern von wenigen Zentimetern Durchmesser nicht mehr erkennbar sind. Genauso ist es nicht möglich, dort noch einen Temperaturanstieg nachzuweisen. Doppler et al.s Kernargument erweist sich so als hinfällig.

Kraterbildung1 3

Stark vereinfachter Ablauf der Kraterbildung und der Ansatz der Bohrung des LfU (erstmalig veröffentlicht in ‚Antiquity‘ 85, 2011, S. 279).

Wir erläutern hier im Gegenzug unseren grundlegenden Beleg für einen Meteoriteneinschlag, den Doppler et al. konsequent ignoriert haben. Planare Deformationslamellen (engl. Planar Deformation Features [= PDF]) in Quarz sind eine Form der Schockmetamorphose von Gestein und gelten nach internationalem Standard als Beleg für einen Impakt (Stöffler & Langenhorst 1994: 165). PDFs entstehen durch sehr kurz wirkende, aber extrem starke Drücke (für die Entstehung von PDFs in Quarz sind minimal 5-10 GPa [50-100 kbar] erforderlich), und können einzig durch Impakte erzeugt werden. Weder tektonische Prozesse noch die Auflast von Gestein oder Eis erzeugen Schockphänomene. Wir haben PDFs in Steinen vom Tüttenseewall und aus der Tüttensee-Ejektaschicht gefunden (sowie in anderen Teilen des Kraterstreufelds) (Ernstson et al. 2010: 82). Diese Steine wurden beim Impakt im Zentrum des Kraters geschockt, aus dem Krater herausgeschleudert und außerhalb abgelagert. Ein Mikroaufnahme von PDFs haben wir in unserem Aufsatz veröffentlicht (Rappenglück et al.: fig. 3); PDFs von verschiedenen Stellen im Kraterstreufeld sind abgebildet in Ernstson et al. 2010: 82. Allein mit diesem Nachweis ist der Chiemgau-Meteoriteneinschlag bestätigt.

Statt sich mit diesen Belegen für Schockmetamorphose auseinanderzusetzen und die international akzeptierte Beweiskraft derartiger Beispiele von Schockmetamorphose für einen Meteoriteneinschlag zu akzeptieren, versuchen Doppler et al., ihre Leser mit ihrer (unhaltbaren) Kritik an Sekundäraspekten (sei es die Frage der Datierung, der kohligen Kügelchen, der stark korrodierten Steine, der verglasten Steine, der Eisensilizide etc.) davon zu überzeugen, dass der Impakt als solches Unsinn sei. Mit dieser Taktik greifen unsere Kritiker zum einen zu einer unwissenschaftlichen Vorgehensweise, zum anderen beweisen sie damit ihre fundamentale Unkenntnis von Impaktforschung und den darin gültigen Nachweiskriterien. Doppler et al. dokumentieren in geradezu absurder Weise selbst diese Unkenntnis, wenn sie von „astronomical conditions required as a criteria for an impact“ sprechen (Doppler et al. 2011: 277, unter Bezug auf Heinlein), die schlicht und einfach nicht existieren. Der Verweis auf Heinlein (Der so genannte „Kelten-Killer-Komet“ – Gab es einen Kometeneinschlag im Chiemgau? Journal für Astronomie, III/2009, Nr. 30, Zeitschrift der Vereinigung der Sternfreunde e.V., S. 84-86.) belegt, dass offensichtlich eine Verwechslung von „Nachweiskriterien“ und „Modellrechnungen“ vorliegt. Modellrechnungen sind durch viele Variable gekennzeichnet, die mit fortschreitendem Stand der Forschung immer neu angepasst werden müssen. Als Nachweiskriterium können sie aus diesem Grund nicht dienen, und unsere Kritiker erliegen einem Irrtum, wenn sie sie als ein solches heranziehen wollen. Unter https://www.chiemgau-impakt.de/diskussion finden Sie international akzeptierte Kriterien für einen Impakt und eine Aufstellung, wie der Chiemgau Impakt diese Kriterien erfüllt.

Ergänzende Bemerkungen:

Wir führen hier einige Beispiele dafür an, wie Doppler et al. unseren Text in “Antiquity” (Rappenglück et al. 2010: 428-439) verfälschend handhaben, und die zeigen, dass dem Text von Doppler et al. sogar die fundamentalen formalen Anforderungen an eine wissenschaftliche Debatte fehlen.

Doppler et al. (2011: 274) behaupten, wir würden den Chiemgau Impakt “some 2500 years ago” in die Eisenzeit datieren. Tatsächlich aber haben wir das Ereignis 4200-2800 Jahre zurück datiert (2200-800 v. Chr.), d. h. in die Bronzezeit (Rappenglück et al. 2010: 436).

Doppler et al. (2011: 274) behaupten, wir würden den Impakt durch den Mythos datieren. Das ist falsch: Wir haben den Impakt und den Mythos unabhängig voneinander datiert und dann die Daten verglichen (Rappenglück et al. 2010: 435-37).

Doppler et al. behaupten (2011: 276), wir würden sagen, der Chiemsee habe einst den Tüttensee eingeschlossen. Das ist schlicht und einfach nicht wahr, und natürlich können sie keine Belegstelle in unserem “Antiquity”-Aufsatz angeben, an der diese angebliche Behauptung stehen würde. Diese Art des Umgangs mit unserem Text ist mindestens schlampig zu nennen, wenn es sich nicht sogar um willentlich verzerrende Wiedergabe handelt.

Bemerkenswerterweise findet man diesen Umgang mit Texten auch bei Studien, mit denen sie ihre Statements zu untermauern versuchen: Doppler et al. (2011: 277) behaupten, Möslein habe die zur Diskussion stehende Ablagerung in Stöttham als “anthropogenic” bezeichnet. Natürlich geben sie keine Referenz an, denn in seinem Grabungsbericht (Möslein, S., 2009. Grabungsbericht. Chieming TS, Stöttham-Dorfäcker 2007/08. Technical report, Bad-Tölz, unpubl.; einsehbar im Landratsamt Traunstein) äußert sich Möslein überhaupt nicht zum Ablagerungsprozess dieser Schicht (Möslein 2009: 14f.).

Auch zitieren Doppler et al. (2011: 276) Gareis (Gareis, J. 1978. Die Toteisfluren des bayerischen Alpenvorlandes als Zeugnis für die Art des spätwürmzeitlichen Eisschwundes [Würzburger Geographische Arbeiten 46]. Würzburg) als Kronzeugen für die glaziale Entstehung der Tüttenseelandschaft. Doch Gareis (1978: 68) schließt mehrere Male die glaziale Genese von Teilen des Tüttensee-Ringwalls explizit aus. Mit diesen Beispielen gerät Doppler et al.s Text selbst unter rein formalen Gesichtspunkten ins Zwielicht.

Zur weiteren Lektüre empfohlen:

Ernstson, K., Mayer, W., Neumair, A., Rappenglück, B., Rappenglück, M.A., Sudhaus, D., Zeller, K.W. (2010), The Chiemgau Crater Strewn Field: Evidence of a Holocene Large Impact Event in Southeast Bavaria, Germany: Journal of Siberian Federal University, Engineering & Technologies 3 (1), 72-103. (http://elib.sfu-kras.ru/bitstream/2311/1631/1/04_.pdf)

Hiltl, M., F. Bauer, K. Ernstson, W. Mayer, A. Neumair, M.A. Rappenglück (2011), SEM and TEM analysis of minerals xifengite, gupeiite, Fe2Si (hapkeite?), titanium carbide (TIC) and cubic moissanite (SiC) from the subsoil in the Alpine Foreland: Are they cosmochemical?: 42nd Lunar and Planetary Science Conference, 1391.pdf. (http://www.lpi.usra.edu/meetings/lpsc2011/pdf/1391.pdf)

Liritzis, I., N. Zacharias, G.S. Polymeris, G. Kitis, K. Ernstson, D. Sudhaus, A. Neumair, W. Mayer, M.A. Rappenglück, B. Rappenglück (2010), The Chiemgau Meteorite Impact and Tsunami Event (Southeast Germany): First OSL Dating: Mediterranean Archaeology & Archaeometry, Vol.10, No. 4, (in press).

Rappenglück B., K. Ernstson, W. Mayer, A. Neumair, M.A. Rappenglück, D. Sudhaus, K.W. Zeller (2009), The Chiemgau impact: an extraordinary case study for the question of Holocene meteorite impacts and their cultural implications, Proceedings, Cosmology across cultures, ASP Conference Series 409, San Francisco, Astronomical Society of the Pacific, 338-343. (http://www.aspbooks.org/a/volumes/article_details/?paper_id=30130)

Rappenglück, B., M.A. Rappenglück, K. Ernstson, W. Mayer, A. Neumair, D. Sudhaus, I. Liritzis (2010), The fall of Phaethon: a Greco-Roman geomyth preserves the memory of a meteorite impact in Bavaria (south-east Germany), Antiquity 84, 2010, 428-439. (http://antiquity.ac.uk/ant/084/ant0840428.htm)

Schüssler, U., M. Rappenglück, K. Ernstson, W. Mayer, B. Rappenglück (2005), Das Impakt-Kraterstreufeld im Chiemgau: European Journal of Mineralogy 17, Beihefte 1, 124.